UnserTrip geht nach Hause

Es ist vollbracht!

reisekarte neu

Nach unglaublichen 380 Tagen in 14 Laendern auf 3 Kontinenten dieser Erde, nach dem Besuch von 13 Inseln, dem Kauf und Verkauf von 2 Autos und 110 Uebernachtungen darin, nach 58 verschiedenen Unterkuenften, 16 Fluegen und Tauchgaengen, 2 Gipfelbesteigungen, 72 gelesenen Buechern und 52 Paschs, nach Zehntausenden gefahrenen, geflogenen oder sonst irgendwie ueberwundenen Kilometern und ueber 30.000 ausgegebenen Euros in 13 Waehrungen wird es nun Zeit „bye bye“ zu sagen.

Oder besser gesagt „see you“, denn Reisen ist einfach zu schoen, um es nicht zu tun.

Best of

Diese Auszeit vom Alltag, das Eintauchen ins Unbekannte und all die Eindruecke und Herausforderungen, die damit einhergehen – hach, man koennte seitenlang schwaermen! Aber das haben wir nun ja viele Monate lang getan und nach 72 Beitraegen muss UnserTrip nun eben eine Auszeit nehmen.

Und so muessen wir uns von unserer lieben Leserschaft verabschieden, um den Grossteil von euch dafuer bald „in echt“ wieder begruessen zu koennen – was den Abschied dann doch erleichtert.

Wir bedanken uns bei euch fuer 9797 Aufrufe aus 40 verschiedenen Laendern (hauptsaechlich natuerlich Oesterreich und Deutschland), fuer die vielen netten Emails und Bilder aus der Heimat, fuer die ausdauernden Skypesessions trotz zahlreicher Unterbrechungen, fuer all die Unterstuetzung ganz besonderer Menschen, die unsere Heimat erst zu dem machen, was sie ist. Ein Ort, zu dem man immer gerne zurueck kehrt.

In diesem Sinne, man sieht sich 🙂 [Na]

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Portugal | Friede, Freude, Festival und Ferienhaus

Als sich der Flieger im Anflug nach Lissabon durch die dichten Wolken kaempfte und eine wackelige Kurve ueber die Hauptstadt Portugals zog, meldete es sich nach langer Zeit wieder zu Wort: das Kribbeln. Nach ueber einem Jahr wuerden wir nun endlich unsere Freunde wieder treffen! Und das im wuerdigsten Rahmen, den man sich dafuer vorstellen kann: eine Woche Party und danach eine Woche Ferienhaus am Meer.

Doch zuerst war noch die Anreise aufs Boomfestival zu ueberstehen, die meist so ihre Tuecken hat. Da merkt man gleich, dass man mit seinem Wunsch nach einer Partywoche nicht alleine ist. Obwohl die Tickets fuers Festival erstmals schon lange im Vorhinein ausverkauft waren und somit wohl so viele Besucher kamen wie nie zuvor, gelangten wir mit nur unwesentlichen Verzoegerungen aufs Gelaende.

Die Zeit, bis die ersten Freunde eintrafen, verging schnell, hatten wir doch alle Muehe unseren gefundenen Lagerplatz gegen Neuankoemmlinge zu verteidigen. Zu zweit einen Platz fuer fast zwanzig Leute zu verteidigen, ist auch auf der Boom nicht ganz leicht. Noch kurzweiliger machte die ganze Sache, dass wir am selben Tag versehentlich unser Handy unbrauchbar gemacht hatten und faktisch nicht erreichbar waren. Dass es am Ende dann aber doch immer irgendwie funktioniert, ist feinerweise keine asiatische Eigenheit und so konnten wir unsere von der Anreise gezeichneten Freunde nach und nach in die Arme schliessen.

Ploetzlich wieder unter „Unseresgleichen“ zu sein, unter Vertrauten, die einen ganz genau kennen, war wirklich ein unbeschreibliches Gefuehl. Da reist man ueber ein Jahr lang durch die Welt, von einem Abenteuer zum naechsten, erlebt fasziniernde Momente, macht unschaetzbare Erfahrungen – und merkt dabei gar nicht oder nur schleichend, dass etwas fehlt. Das eigene Umfeld, die Menschen, die einem am naechsten sind und mit denen man seit Jahren eine Geschichte teilt, ist auf Dauer einfach nicht zu ersetzen. Auch nicht durch die Wunder dieser Welt. Aber man muss auch mal eine Zeit lang weg gewesen sein, um das – per se – wieder richtig zu schaetzen.

Und da waren wir nun, im Kreis unserer Freunde unter der Sonne Portugals, und sollten auf der Spielwiese Boom alle gemeinsam eine unglaubliche Woche erleben, die sich nur vorstellen kann, wer schon hier war. Camping, lange Gespraeche am Feuer, Relaxen am See, Schwimmen, Herumspazieren, Lachen bis der Bauch weh tut, Sterneschauen, Karussellschwingen, Kunst bestaunen, neue Menschen oder Menschen neu kennenlernen, Schlemmen, Tanzen bis ins Morgengrauen – all das und noch viel mehr ist Boom.

Zehntausende Menschen aus 152 Laendern der Welt sind angereist um, alle gemeinsam, die beste Woche dieses Jahres zu erleben. Die positive Energie, die von dieser bunten Feiergesellschaft ausging, war allgegenwaertig und wohl fuer jeden Einzelnen spuerbar.

Als wir der Boom nach dieser so intensiven Woche den Ruecken kehren mussten, spuerten wir in unseren mueden Knochen jeden Tag – die Bestaetigung fuer ein gelungenes Festival 🙂

Allesamt – abzueglich eines spontanen und bedauerlichen Abgangs, aber dafuer zuzueglich eines gluecklichen Stoppers – bahnten wir uns nach Ende des Festivals auf verschiedenen Routen den Weg in Richtung der Suedwestkueste Portugals. Dort stand es auf einer Anhoehe nahe der Kueste in voller Pracht: unser Ferienhaus, das so gross war, dass man sich in den langen Gaengen nach Tagen noch verlief.

Die verschiedenen Terrassen mit Blick aufs Meer waren allesamt mit superbequemen Sitz- und Liegemoebeln ausgestattet und boten genug Platz fuer unsere Meute, die zum Hoehepunkt auf siebzehn Personen angewachsen war. Es wurde eine gelungene Woche, die anfaenglich erholungsbedingt getrost verschlafen wurde. Mit aufgeladenen Batterien kam dann aber bald die Entdeckungs- und Feierlaune und so holten wir aus der traumhaften Kulisse und der (unter hoechst muehevollen Umstaenden) mitgebrachten Soundanlage noch das Maximale heraus.

Diese zwei Wochen in Portugal waren wirklich ein Hoehepunkt unserer Reise. Dass es der letzte sein soll, tut schon weh. Irgendwo tief drinnen. Als die Rollen der Ryan-Air-Maschine auf der verregneten Landebahn in Deutschland aufsetzten, wurden wir beide von einem durchdringenden, neuen Gefuehl heimgesucht: einem Moment tiefer Traurigkeit, der Gewissheit, dass nun alles vorbei sein soll. Das spannende Traveler-Dasein, das unbeschwerte In-den-Tag-hinein-Leben, das Jeden-Tag-aufs-Neue-ueberrascht-Werden … All das, was man so geschaetzt hat, aber dennoch nie in vollem Ausmasse zu realisieren faehig war, soll nun ein Ende nehmen und dem Bekannten, dem Alltag weichen.

Aber, auch wenn die ersten Traenen in der Heimat keine der Freude waren, werden diese am Ende in der Zahl ueberwiegen. Denn, so dankbar wir unserem Schicksal fuer das vergangene Jahr auch sind – es ist wohl das groesste Glueck, HEIMKEHREN zu koennen, in ein zufriedenes Leben voller Perspektiven und das inmitten unserer Liebsten. Das ist ein unschaetzbares Gut, das neu schaetzen zu lernen, eine weitere unverzichtbare Erfahrung ist. Die letzte unserer Reise – und vielleicht die wichtigste.

Und da wir uns alle bald wieder sehen und wohl ohnehin einen Fotoabend einlegen werden, sparen wir die Boom- und Hausbilder dafuer auf und legen zur Abwechslung einen bilderlosen Blog ein. [Na]

 

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Київ | Kurztrip in україна

Kiew war wirklich spannend. Wir nutzten die Zeit mit Sightseeing und Schlemmen. Wir besuchten den Maidan und die Sophienkathedrale. Ausserdem assen wir Borscht, Tscheburek, und Zloty. Wir tranken ukrainisches Bier, schlenderten durch die Barrikaden und versuchten so viel wie moeglich zu erleben. Mittlerweile sind wir super in Lissabon angekommen und fahren morgen aufs Festival – juhuuu! Wir lassen ein paar Bilder sprechen und melden uns dann spaeter wieder. In diesem Sinne: прощавай!

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Willkommen am Bosphorus | Istanbul

Liebe Gruesse aus der warmen Tuerkei. Nach ausgezeichnetem Flug mit Malaysian Airlines sind wir gut im sonnigen Istanbul angekommen.

Nach vielen Fluegen fluegen mit asiatischen Billigfluglinien war es mal wieder richtig angenehm, mit einer so komfortablen Maschine mitzufliegen. Nicht nur dass der Flug selbst extrem ruhig verlief, wir bekamen auch noch viel zu Essen und sogar Gratisbier 😉

Istanbul ist eine wirklich coole Stadt. Wir fanden ein super Guesthouse direkt an der geschaeftigen „Istiklal“, einer Strasse, die vom Taksimplatz direkt hinunter nach „Galata“ fuehrt. Von dort aus erreicht man „Sultanahmed“, den Stadtteil, in dem sich die weltberuehmten Sehenswuerdigkeiten befinden. Wir wuerden jedem Istanbulreisenden empfehlen, in der Gegend um den Taksimplatz zu uebernachten, weil es einfach Spass macht, durch die lebendigen Strassen zu schlendern. Ueberall sind Restaurants, Cafes, Bars und Geschaefte, Tausende Menschen ziehen durch die Strassen und es ist einfach immer was los. Auch wir besuchten natuerlich eine der Bars, tranken das sehr gute tuerkische „Efes“-Bier und rauchten eine Shisha.

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Auch das Sightseeing macht richtig Spass. Diese Stadt bietet extrem viele Sehenswuerdigkeiten. Neben den Moscheen „Hagia Sofia“, „Blue Mosque“ und „New Mosque“ sahen wir uns die „Yerebatan Zisternen“, die Obelisken, den „Topkapi Palace“ und den „Galata Tower“ an. Ein kurzer Abstecher zum Gewuerzmarkt sowie zum grossen Bazar durfte natuerlich auch nicht fehlen.

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In Istanbul trifft man auf Menschen verschiedenster Art. Sehr haeufig sieht man junge Maenner in den Strassen, die alle sehr gepflegt und aufgeputzt (gerne mit offenem Hemdchen und extrem viel Haargel 😉 ) sind. Auch trifft man auf viele traditionell gekleidete Frauen in der Burka, was besonders cool ausschaut, wenn sie eine Sonnenbrille tragen 🙂 Und dann tummeln sich natuerlich noch Tausende Touristen in den Strassen, die sich diese Stadt nicht entgehen lassen wollen.

Die Zeit vergeht hier schnell, weil es so viel zu tun gibt. Zum Beispiel macht es echt Fun, eines der Strassencafes zu besuchen und einen traditionellen tuerkischen Schwarztee zu trinken, in einer der Bars ein kaltes Bier zu geniessen, in den Baeckereien auf ein Baklava vorbeizuschauen oder in einem der Tausenden Restaurants einen Kebab, eine Kumpir (mit Kaese, Butter und Gemuese gefuellte Riesenkartoffel), Koefte (laengliche Hackfleischdinger) oder einfach einen mediterranen Salat zu essen. Auch werden ueberall brezelartiges Brot, Maiskolben, Kastanien, Nuesse, Schokolade und tuerkischer Honig in den buntesten Varianten verkauft.

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Beim Shoppen muss man leider sehr aufpassen. Die Verkaufer am Bosphorus sind zum Teil wirklich linkisch. Erhaelt ein Verkauefer einen zu grossen Schein, so nimmt er diesen, steckt ihn ein, gibt einem die Ware und dann tut er so als haette man genau gezahlt. Immer muss man insistieren, damit man seine Kohle zurueckbekommt. Auch kann es passieren, dass man fuenfzig Lira hergibt, der Verkauefer ihn unter seinen Geldstapel mischt und dann behauptet, man haette nur einen Fuenfer hergegeben. Wirklich aergerlich. „Lustig“ ist es auch, in unserem Guesthouse in der Bar ein Bier zu kaufen. Je nach Verkauefer werden sieben, acht oder neun Lira verlangt. Wer sich da anfaengt aufzuregen, wird gar nicht mehr fertig 😉

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes fiel uns ploetzlich auf, dass uns ein Handgepaecksstueck abhanden gekommen ist. Wir Deppen liessen es tatsaechlich irgendwo stehen – so viel zum Gratisbier im Flugzeug 🙂 Weder im Guesthouse noch im Cafe, das wir am Morgen unserer Anreise besuchten, fanden wir sie. Als wir schon fast aufgegeben hatten, kam Nadja die Idee, das Busunternehmen, mit dem wir vom Flughafen hergefahren sind, anzurufen und danach zu fragen. Wir waren wirklich erstaunt, als sie uns sagten, dass sie unsere Tasche haben – huh, nochmal Glueck gehabt!

Wir genossen Istanbul sehr, jeder, der in dieser Gegend unterwegs ist, sollte sich diese tolle Stadt ansehen. Hier am Bosphorus, wo Europa auf Asien trifft, wird einem bestimmt nicht langweilig. In Istanbul findet jeder etwas fuer seinen Geschmack, die Metropole ist sehr weltoffen und freundlich. Also packt eure Koffer und los gehts 😉

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Mittlerweile stecken wir schon in den letzten Vorbereitungen fuer unsere Weiterreise nach Portugal. Einen kurzen Abstecher werden wir nach Kiev machen, da unser Flug dort einen zehnstuendigen Stop einlegt. Wir waren uns auch nicht ganz sicher, ob wir den Flug stornieren sollen. Aber nach einigem Recherchieren stellte sich heraus, dass Kiev zu bereisen im Moment kein Problem darstellt. Ausserdem schrieben wir dem Aussenministerium ein Email und fragten nach der Sicherheitslage. Dieses bestaetigte unsere Vermutungen und gab uns gruenes Licht – also kein Grund zur Sorge 🙂 Wir melden uns bald wieder. [CHR]

Veröffentlicht unter 9.4| Tuerkei, Unser Trip | 2 Kommentare

Kuala Lumpur und bye bye Asia

So jetzt melden wir uns das letzte Mal aus Asien.

Ja tatsaechlich, es ist soweit, unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Das sehen wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge – ein Blick in unsere Gesichter muss fuer Aussenstehende wohl etwas komisch ausschauen 🙂

Unser letzter Asien-Stop ist in Kuala Lumpur, von wo aus wir heute Nacht nach Istanbul fliegen. Wir haben hier zwei Naechte eingeplant, um noch ein bisschen was von der Hauptstadt Malaysias zu sehen. Was wir in dieser Zeit sahen, gefiel uns wirklich gut!

Die Stadt ist ziemlich modern, die Atmosphaere sicher und angenehm und das oeffentliche Verkehrsnetz ist super ausgebaut, sodass wir kein einziges Mal mit einem Taxi fahren mussten – was uns echt freute, denn die Taxler spielen meist in einer speziellen, nicht ganz so angenehmen Liga.

Besonders gefiel uns das Multi-Kulti-Feeling hier, Menschen verschiedenster Nationalitaeten und Religionen leben hier friendlich nebeneinander. Der Einfluss verschiedener Kulturen geht auch mit einer ungeheuren Vielfalt an Speisen einher und so wurde dies wieder mal ein Schlemmerwochenende. Wobei wir von dieser Vielfalt nicht ganz so viel mitbekamen. Denn, obwohl unser Hostel in China Town lag, streunten wir ausgiebig im Little-India-Viertel herum und gingen ausschliesslich zu Indern essen 🙂 Mhmm, da kam Freunde auf, gemeinsam mit vielen schoenen Erinnerungen an unsere Indienreise.

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Wenn wir nicht gerade Roti assen oder Chai schluerften, nutzten wir unsere Zeit hier zum Shoppen und Sightseen. Im Central Market tauchten wir noch ein letztes Mal in die asiatische Marktwelt ein, natuerlich nicht, ohne allerhand zu kaufen und dafuer zu viel zu bezahlen. Dass wir in letzter Zeit einen ordentlichen Laenderrush gemacht haben, zeigte sich etwa daran, dass Christian 5000 fuer ein Armbaendchen anbot, das urspruenglich mit 10 Ringitt angeschrieben war. Da hat er wohl die indonesische Rupiah (16.000 = 1 Euro) mit dem malayischen Ringgit (4,3 = 1 Euro) verwechselt – was den Verkaeufer doch etwas verwirrte 🙂

Wir machten auch noch einen Abstecher in einen hinduistischen Tempel, wo unter Pauken und Trompeten eine farbenfrohe religioese Zeremonie vonstatten ging. War noch ein netter letzter Eindruck der indischen Kultur, von der wir uns nun leider – vorerst – trennen muessen (schluchz).

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Heute machten wir uns meiner Verkuehlung zum Trotz (hinter der irren Einstellung der Klimaanlagen hier kann nur die Pharmaindustrie stecken!) auf zum Sightseeing und schauten uns die 452 Meter hohen Petronas-Towers und den 335 Meter hohen KL-Tower an.

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Das Geld, um im Lift hinaufzufahren und uns die Stadt von oben anzusehen, haben wir uns gespart – schliesslich haben wir nun genug Wolkenkratzer aus allen Perspektiven gesehen. Einen kleinen Hoehepunkt am Fusse des Fernsehturms gabs dann aber doch noch, als dort am Gehsteig eine echt giftig aussehende Schlange herumgekrochen ist.

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Nun sitzen wir hier im Gemeinschaftsraum unseres Hostels und lassen die letzten paar Stunden an uns vorbei ziehen, bis es Zeit ist, zum Flughafen zu fahren und dem so liebgewonnenen Asien fuers Erste den Ruecken zuzukehren.

Auch wenn wir uns schon sehr auf Europa freuen, ist es doch ein etwas beklemmendes Gefuehl, einen Strich zu ziehen und den Asienteil unserer Reise endgueltig abzuschliessen. All die Spannung, die Farben, die Gerueche, die Kultur, die Menschen und Natur hinter uns zu lassen und wieder ins Gewohnte zurueckzukehren. Nach so langer Zeit des Reisens, des Nach-Vorne-Strebens, befinden wir uns nun also bald auf dem Rueckweg. Und doch, obwohl wir so viel Schoenes hinter uns lassen muessen und nun auf dem Heimweg sind, verspueren wir dieses wohlige Kribbeln in der Magengrube, wenn wir daran denken, euch – unsere Freunde und Familien – endlich wieder in die Arme schliessen zu koennen. Das entschaedigt nun wirklich fuer den Abschiedsschmerz! [NA]

 

Veröffentlicht unter 9.3| Malaysia, Unser Trip | 2 Kommentare

Malaysia | Tioman Island

Nach unserem Kurzaufenthalt in Singapur gings fuer uns weiter in den Norden nach Malaysia. Von unseren Reisefreunden Ken und Heather bekamen wir den Tipp, auf Tioman Island zu fahren, was wir auch machten.

Die Anreise von Singapur nach Malaysia war schon recht witzig. Zuerst waren wir schon froh, dass wir in Singapur nach anstrengendem Hin und Her endlich einen Bus fanden, der nach Malaysia fuhr. An der Grenze hiess es erstmal aussteigen, Ausreisestempel holen und wieder in den Bus einsteigen, 5 Kilometer weiterfahren und wieder aussteigen, Einreisestempel fuer Malaysia holen, wieder in den Bus einsteigen und nach Larkin zum Busbahnhof fahren. Klingt recht einfach, war aber aufgrund von Tausenden anderen Grenzgaengern mit langem Warten und Draengeln verbunden, was dann auf Dauer schon anstrengend werden kann. Zum Glueck sind wir schon einiges gewoehnt 😉

Wie immer in Asien klappte es am Ende doch irgendwie (wenn natuerlich auch nicht nach Plan) und so fuhren wir am Nachmittag nach Mersing, wo wir dank des Rennfahrers, der den Bus steuerte (war eine Stunde schneller als geplant -nichts fuer schwache Nerven), sogar noch das Boot nach Tioman Island erreichten.

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In Salang angekommen, fanden wir eine traumhafte Bungalowanlage am Rande des Dschungels. Wieder mal Glueck gehabt mit der Auswahl 🙂

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Als wir abends dann Essen gingen, sprach uns ploetzlich ein deutsches Paar an. Es stellte sich heraus, dass die beiden neben uns geparkt hatten, und zwar im Cape Range National Park in Australien. Unfassbar, wie klein doch die Welt ist 😉

Wir verbrachten sechs Tage auf der tierischen Insel, die wir hauptsaechlich mit Chillen, Sonnenliegen und Schnorcheln verbrachten. Auf der Insel selbst wimmelte es wieder mal nur so vor Tieren. Neben einer Schlange im Zimmer (die aus Angst dann aber schnell abhaute) besuchten uns auch immer wieder Affen, Eichhoernchen und riesige Warane. Letztere waren schon sehr beeindruckend. Die kleineren Exemplare kletterten sogar auf Baeume, was einen Vogel dazu veranlasste, die urzeitlich wirkenden Tiere zu attackieren – aus Angst vor Nestraub. Auffallend war auch, dass in Malaysia generell anstatt streunender Hunde – wie sonst immer – streunende Katzen zu finden sind.

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Jedenfalls hatten wir eine feine Zeit auf unserer letzten Insel Asiens, weiter ging es dann in die Hauptstadt Malaysias, nach Kuala Lumpur. [CHR]

Veröffentlicht unter 9.3| Malaysia, Unser Trip | 1 Kommentar

Singapur | Asien 2.0

Diesmal melden wir uns kurz aus Singapur, einer hochmodernen Riesenstadt mitten in Asien.

Der Flug von Jakarta nach Singapur verlief problemlos, etwas risikoreicher war allerdings die Fahrt zum Flughafen. Unser Taxler meinte es richtig ernst und schlaengelte sich durch den Verkehr wie manch Slalomfahrer um die Tore. Auch Pannenstreifen oder Sperrlinien hielten ihn nicht ab. Wir fuehlten uns grad ein wenig nach Indien zurueckversetzt 🙂

In Singapur angekommen nuetzten wir gleich das ausgezeichnete oeffentliche Verkehrsnetz und duesten vom Flughafen mit dem Schnellzug in die City, um in unserem grindigen Backpackerhostel einzuchecken. Da wir nicht viel Zeit fuer die Stadt eingeplant hatten, machten wir uns abends gleich auf den Weg und fuhren zur beruehmten Marina Bay.

Der Anblick, der sich einem dort bietet, ist schon ganz speziell. Riesige Wolkenkratzertuerme bilden das Zentrum, das sich um den Hafen herum verteilt. Diese sind beleuchtet und bieten speziell bei Nacht einen wirklich sehenswerten Anblick! Ein Jazzkonzert und eine Lasershow versuessten unseren Sightseeingtrip noch zusaetzlich.

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Diese Stadt (die auch gleichzeitig ein Land ist) passt irgendwie so gar nicht nach Asien. Alles ist ziemlich neu, aufgeraeumt und sauber. Die Preise sind unfassbar hoch. Moderne Geschaefte und vor allem internationale Banken finden sich in der Finanzmetropole. Eigentlich wuerde man so eine Stadt eher in Westeuropa oder Nordamerika erwarten. Da verbluefft es umso mehr, dass Singapur am suedlichen Ende von Malaysia angesiedelt ist.

Spannend wars, aber eine Nacht in Singapur reichte uns dann doch, und so machten wir uns am naechsten Morgen auf nach Malaysia, wo die naechste Insel auf uns wartete … [CHR]

Veröffentlicht unter 9.2| Singapur, Unser Trip | 2 Kommentare

Jakarta | Moderne Megacity

Welcome to Jakarta!

Hier in dieser Megacity legten wir einen kurzen Staedtetrip ein. Wir checkten in der Touristenstrasse Jalan Jaksa ein. Sie erinnert ein bisschen an die Kao San Road von Bangkok, allerdings abgewandelt in indonesischer Form. Was uns ueberrascht hat, ist die Groesse der Stadt. Auf einer riesigen Flaeche verteilt finden sich unzaehlige Wolkenkratzer, verbunden durch extrem belebte Strassen. Auch ist die Stadt sehr modern, was wir eigentlich nicht erwartet haetten. Die Bewohner Indonesiens sind wirklich einzigartig, selbst in dieser Millionenmetropole wird man permanent angelaechelt und gegruesst. Die Indonesier wirken ueberhaupt sehr gluecklich, sie sind freundlich und immer fuer einen Spass zu haben.

Wir nutzten die Zeit in dieser sehr sympatischen Stadt – abgesehen vom Smog – fuer Sightseeing und Essen. Ein Muss in der Hauptstadt des Landes ist der Besuch des National Monuments, wo wir natuerlich hinauf mussten. Auch der Besuch einer der riesigen „Malls“ gehoert zum Pflichtprogramm – in unserem Fall ein riesiger, zehnstoeckiger Kleidermarkt. Wir warfen einen Blick auf Suedostasiens groesste Moschee – die Istiqlal Mosque. Ausserdem gingen wir zur Post, was in asiatischen Laendern meist ein kleines Abenteuer fuer sich ist 🙂

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Kulinarisch liessen wir auch nichts aus und waren so nicht nur indonesisch essen, sondern auch beim Inder, beim Malayen und assen spannendes Essen vom Strassenstand – immer wieder eine Freude! Die Vielfalt in dieser lebendigen Stadt laesst nichts zu wuenschen uebrig. Besonderen Spass machte es auch, mit einer der Rikshaws – bzw. TukTuks, wie sie hier genannt werden – herumzufahren. Der umtriebige Verkehr und das Verhalten der Teilnehmer ist fuer uns Europaeer einfach jedes mal aufs Neue spannend 🙂 Nach der kurzen aber tollen Zeit in Jakarta fuehrt unser Weg weiter nach Singapore, eine weitere Millionenmetropole.

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Indonesien, der groesste muslimische Staat der Welt, ist wirklich sehr interessant. Dieses Land, das aus so vielen Inseln besteht, ist an Vielfalt kaum zu ueberbieten. Jede Insel fuer sich ist so unterschiedlich, eigentlich ein Wunder, dass sie alle unter einer Flagge vereint werden konnten. Die Sprache der Indonesier heisst Bahasa, allerdings wird auf jeder Insel zusaetzlich eine eigene Sprache gesprochen. Auch das Essen unterscheidet sich von Insel zu Insel, allerdings ist dieses nateurlich von Reis und Fisch gepraegt. Ganz Indonesien ist voller Vulkane, eigentlich besteht die gesamte Inselgruppe aus Vulkanen, viele davon sind aktiv. Nicht nur die Kulturen der Menschen unterscheiden sich von Insel zu Insel stark, sondern auch die Arten der Tiere. Auf Komodo zum Beispiel findet man den Komodo-Waran, wohl ein weltberuehmtes Tier. Auf anderen Inseln wiederum findet man seltene Affen oder sogar Nashoerner. Auch unter Wasser ist der Artenreichtum gigantisch, so verwundert es nicht, dass viele Tausende Taucher jedes Jahr die Unterwasserwelten Indonesiens erkunden. In diesem spannenden Land koennte man wohl ein ganzes Jahr verbringen und man haette immer noch vieles nicht gesehen. Jedenfalls empfehlen wir jedem Asienreisenden, diesen besonderen Fleck Erde zu besuchen. Wir waren nicht nur von den Menschen positiv ueberrascht!

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Nord-Sulawesi | Bezaubernde Unterwasserwelten

Hallo zusammen! Wir heissen euch willkommen auf unserer zweiten Insel in Indonesien.

Das vorwiegend christliche Nordsulawesi hat einiges zu bieten. Hier befindet sich eine vor allem unter Tauchern beruehmte Inselgruppe. Eine Insel davon heisst Bunaken, welche wir nach einer Nacht in der Stadt Manado besuchten. Auf der Fahrt lernten wir gleich einen Finnen und ein hollaendisches Paar kennen, mit denen wir gemeinsam im traumhaften „Bunaken Sea Garden“ eincheckten.

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Die Bungalowanlage war wirklich cool, Sonya und Dey managen den Laden und wir genossen wirklich jeden Tag. Drei Mal am Tag gab es Buffet, so lernten wir viele typisch indonesische Speisen kennen. Das wussten wir wirklich sehr zu schaetzen, indonesiches Essen ist einfach super!

Die Insel selbst ist wirklich ruhig, drei kleine Doerfer befinden sich auf ihr, ansonsten ist nicht viel los. So blieb genug Zeit, jeden Tag zu schnorcheln und zu tauchen. Das wirklich Besondere auf Bunaken ist das Riff. Es besticht durch grosse Farben- und Tiervielfalt. Die „Visibility“ ist super, wir hatten wohl keinen Tag unter 20 Meter! Das Riff selbst verlaeuft vom Strand weg flach, bevor es nach einiger Zeit steil abfaellt. An dieser Wand macht vor allem das Tauchen richtig Spass. Bei unseren Tauchgaengen fanden wir nicht nur Seepferdchen und andere Kleintiere, sondern auch die fuer diese Gegend so beruehmten Schildkroeten – bei einem Dive warens etwa ein Dutzend! Bei dieser Vielfalt macht es so richtig Spass, im Wasser zu sein. Ein Highlight waren auch die Delfine, die mit Schwung aus dem Wasser sprangen und wieder eintauchten – einfach cool! Was wir aufgrund der Seltenheit leider verpassten, waren Dugongs und der Mimic Octopus, aber man kann halt nicht alles haben. Dafuer sahen wir unsere erste Wasserschlange 🙂

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Was uns zusaetzlich Freude bereitete, war die Fussballverruecktheit der Indonesier. Jeder zweite rennt mit einem Dress herum, ueberall sind Flaggen der Teilnehmerteams gehisst – wirklich witzig anzusehen. So kamen wir auch dazu, auf dem Flachbildschirm im Resort mit einigen ebenfalls fussballverrueckten Hollaendern die Viertelfinal- , Halbfinal- und Finalspiele zu sehen – auch wenn diese um vier in der Nacht angepfiffen wurden. Wir hatten ja zum Glueck sonst nicht viel zu tun und schliefen dafuer einfach am Morgen danach bisschen laenger 🙂 Jedenfalls gefiels uns so gut auf der kleinen Insel, dass wir gleich elf Tage blieben.

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Nach Bunaken fuhren wir nach Manado, von wo aus wir die Stadt erkundeten und auch einen Trip in die Bergstadt Tomohon machten. Diese ist nicht nur fuer die umliegenden Vulkane und blubbernden Kraterseen beruehmt, sondern auch fuer ihren makabren traditionellen Markt. Wir hoerten im Vorfeld schon einiges, aber selber dort zu sein, war dann schon noch mal eine eigene Erfahrung. Aud den ersten Blick scheint alles normal, Fruechte und Gemuese wird verkauft wie auf allen typischen asiatischen Maerkten auch. Wenn man sich dann aber Richtung Kern vorkaempft, stoesst man ploetzlich auf die Schlachtbaenke. Hier werden nicht nur Schweine, Huehner und Fische in alle Einzelteile zerlegt, sondern auch Fledermaeuse, Hunde, Schlangen, Affen und Ratten! Ueberall wird gehackt, das Blut spritzt und Leichenteile werden direkt an die Kunden verkauft. Besonders tragisch sind die Hunde im Zwinger, die auf ihre Hinrichtung warten. Dennoch war es wirklich interessant, so etwas mit eigenen Augen zu sehen! Probiert haben wir dann aber nichts, die hygienischen Verhaeltnisse lassen ja doch etwas zu wuenschen uebrig. Ausserdem sind wir bis auf frischen Fisch sowieso wieder vegetarisch unterwegs.

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Zu sehen haette es in Sulawesi noch einiges gegeben, allerdings hatten wir leider nur zwei Wochen Zeit und so gings fuer uns weiter nach Jakarta … [CHR]

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Bali | Tauchen, Tempel, Trekking

Sodala, jetzt wirds aber echt mal wieder Zeit fuer ein kleines Update. Schliesslich sind wir ja doch schon seit ein paar Wochen in Indonesien und finden nun endlich die Gelegenheit (und vor allem Internetaccess), um das erste Inselchen blogtechnisch abzuarbeiten.

Als wir uns in Perth vor den Computer setzten und beschlossen, fuer den uebernaechsten Tag einen Flug nach Indonesien zu buchen, hatten wir noch kaum eine Ahnung, wohin es eigentlich gehen sollte. Fix war nur Sulawesi, denn ueber die einzigartige Unterwasserwelt dort hatten wir einmal ein Universum gesehen und wussten sofort: Da muessen wir hin! Da unsere Zeit aber fuer mehr als eine Insel reichte und Direktfluege nach Sulawesi zu teuer waren, mussten wir nun schnell eine Entscheidung treffen. Und die war bei ueber 13.000 Inseln nicht ganz so einfach. Die Wahl fiel schlussendlich auf auf Bali, die einzige Insel, die wir eigentlich von vornherein ausgeschlossen hatten. Zu touristisch, meinten wir, schliesslich faehrt ja jeder nach Bali.

Umgestimmt hat uns zum einen die Empfehlung einer Reisebekanntschaft aus Australien. Michael, ein US-Amerikaner in den Sechzigern, ist Tauchlehrer in Amed, einem weniger touristischen Teil von Bali, und legte uns diese Gegend sehr ans Herz. Der andere Grund, warum wir uns gegen unsere erste Bali-Abneigung entschieden haben, war, dass man das Visa on Arrival nicht an allen Flughaefen bekommt, sondern – unter anderem – eben auf Bali. Die Fluege dorthin waren auch am guenstigsten. Somit zeigte alles in Richtung Bali und wir dachten uns, naja, dann schauen wirs uns halt an.

Zwei Tage spaeter stiegen wir dort schon aus dem Flugzeug. Sofort wehte uns schwuele Waerme entgegen – welch Erleichterung nach den letzten nass-kalten Tagen in Perth. Dass wir nun wieder in Asien waren, merkten wir auch gleich, als der „offizielle“ Taxistand im Flughafen voellig ueberzogene Preise verlangte. Also gingen wir erst mal weiter und – in alter Asienmanier – schon lief uns jemand nach, der den Preis deutlich reduzierte. Ein paar Mal gings so weiter, bis wir endlich ein faires Angebot bekamen.

Eingestiegen, losgefahren und rein ins wilde Verkehrsgetuemmel. Links schiesst ein Moped vorbei, rechts schneidet noch schnell ein Laster herein – hach, wir sind wieder „daheim“ im schoenen Asien. Jetzt erst merkten wir, wie wir das asiatische Chaos vermisst hatten. Da aber nichts nur eine Seite der Madaille hat, musste der Taxler nach zweistuendiger Fahrt noch etwa eine halbe Stunde das Guesthouse suchen, weil er es natuerlich nicht kannte wie vorher zugesagt. Mithilfe eines Anrufs beim Guesthousebesitzer liess sich aber auch das bald regeln und endlich: wir waren da. Weil es schon dunkel war und wir doch etwas muede von der Anreise waren, verschoben wir unseren ersten Ausflug gerne auf den naechsten Tag.

Dieser fing gleich mal gut an, mit indonesischem Kaffee und Fruehstueck auf unserer Terrasse. Wir hatten wirklich ein gutes Guesthouse gebucht. Es war klein, aber fein und bestand nur aus zwei vermieteten Zimmern, die modern und sauber eingerichtet und jeweils ueber eine Terrasse zugaenglich waren. Von dort aus hatten wir einen wunderschoenen Ausblick auf sattgruene Reisfelder, gesaeumt von unzaehligen Kokospalmen, die sich bis ueber die dahinterliegenden Huegel erstreckten.

P1240230Fruehstueck, Tee und Kaffee den ganzen Tag ueber war auch inklusive und die Familie sorgte dafuer, dass es uns an nichts fehlte. Dass man meistens von Kindern bedient wird, ist schon gewoehnungsbeduerftig, aber das ist halt so in Asien …

Gut gestaerkt machten wir uns auf den Weg das Doerfchen Amed erstmals naeher zu erkunden. Das erforderte schon wieder etwas mehr Konzentration als die Fortbewegung in Australien, wo alles so schoen geregelt ablaeuft. Aber wie gerne verabschiedeten wir uns von Gehsteigen und Ampeln, um dafuer endlich wieder in die umso spannendere asiatische Unordnung eintauchen zu duerfen. Hier ein Schlagloch, dort ein Huhn, Mopeds ueberall. Menschen, die auf den Feldern arbeiten, Gemuese und andere Koestlichkeiten, die in kleinen Staenden feilgeboten werden, Kinder, die einem freundlich zuwinken. Hach, hier fuehlten wir uns gleich wieder wohl.

Beim ersten Mittagessen wurden unsere Erwartungen an die balinesische Kueche gleich mal ordentlich uebertroffen. Fangfrischer Fisch mit Reis und Gemuese, alles in „Balinese Style“. Mhmm, was fuer ein Gaumenschmaus. Ab sofort sollten wir immerzu die Stunden zaehlen bis wir serioeserweise wieder etwas essen konnten 🙂

Auch abgesehen vom guten Essen hatte Amed viel zu bieten. Natuerlich liehen wir uns wieder ein Moped, denn damit herumzubrausen ist einfach richtiges Asienfeeling! Die Haare wehen im kuehlenden Fahrtwind, man tuckert der schmalen, von Schlagloechern gezeichneten Strasse entlang, die sich in engen Kurven durch den Dschungel schlaengelt. Es geht hinauf und hinab, vorbei an kleinen Doerfern, immer der malerischen Kueste entlang. Der Blick auf den Vulkan Agung war uns auch immer einen Stop wert, besonders abends, wenn die Sonne langsam dahinter unter ging.

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Auch wenn das Mopedfahren partout nicht ungefaehrlich ist und einem immer wieder mal das Adrenalin in die Adern schiesst – das ist es einfach wert. Wenn schon sterben, dann mit einem Laecheln auf den Lippen 🙂 Aber gestorben wird spaeter und so sind wir wieder einmal voellig ohne Zwischenfaelle durch die Gegend geduest – nicht zuletzt deswegen, weil Christian den Tipp von meinem werten Herrn Vater verinnerlicht hat, dass man in Asien auf dem Moped das Rennen gewinnen muss. Denn ueberholt werden will man hier wirklich nicht so gerne.

Last but not least kam das Tauchen. Als Friends of Michael bekamen wir in seinem Tauchunternehmen beste Konditionen und tauchten so guenstig wie noch nie, fuer unter 20 Euro pro Dive. Zusaetzlich konnten wir uns deren Schnorchelequipment gratis leihen – ein Angebot, das wir ausgiebig nutzten. Die Dive- und Schnorchelspots waren wirklich sehr schoen! Getaucht sind wir beim „Tulambeng Wrack“, einem schon sehr ramponierten, aber dafuer durch und durch mit Korallen ueberzogenen Schiffswrack aus dem Zweiten Weltkrieg und bei der „Wall“, einer steil abfallenden korallenbedeckten Wand. Korallen und Fische in allen Formen und Farben, und auch eine grosse Schildkroete haben wir dort gesehen. Mit der asiatischen Unterwasserwelt kann das Ningalooreef in Westaustralien bei Weitem nicht mithalten, es fehlt dort einfach die Farbe! Auch die Schnorchelspots in Amed waren unglaublich schoen, die ganze Kueste ist durch und durch mit Korallen ueberzogen. Im Gegensatz zum Ningaloo Reef machte das Schnorcheln hier richtig Spass -war es mit 28 bis 30 Grad doch beinahe doppelt so warm wie in Australien. So waren wir hier fast nicht aus dem Wasser zu bekommen und haben uns ordentlich schrumplig geschnorchelt 🙂

Nach etwa einer Woche zogen wir weiter nach Kedisan, einem Oertchen nahe dem Vulkan Batur. Schliesslich stand ja noch die Besteigung eines aktiven Vulkans auf unserer To-Do-Liste.

Die etwa einstuendige Fahrt dorthin fuehrte auf kurvenreichen, engen Straesschen durch den Dschungel, vorbei an traumhaft schoenen Reisterrassen.

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Wir legten auch noch einen Stop beim Besakih-Tempel ein, dem wichtigsten Hindutempel in Bali. War wirklich schoen, hier hindurch zu laufen und sich das alles anzusehen, auch wenn die uebliche Touristenabzocke dort ein wenig nervte.

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Gleich bei der Ankunft in Kedisan offenbarte sich uns, dass der Ort in etwa so viel Charm hat wie ein Atommuellendlager. Die allgemeine Stimmung dort war gereizt – wirklich sehr ungewoehnlich fuer Asien. Die Strasse war mit LKWs verstopft, die Sand in die Haupstadt Balis lieferten. In den wenigen Shops im Ort wurden voellig ueberzogene Preise verlangt, die aber noch gar nichts waren gegen die Summen, die man fuer die Fuehrung auf den Vulkan hinblaettern sollte. Aber naja, man goennt sich ja sonst nix (ausser immer wieder mal was) und umsonst wollten wir jetzt auch nicht in dieses Ungustl-Dorf gefahren sein. Ausserdem wollten wir ja nur eine Nacht bleiben. Also einigten wir uns nach zaehen Verhandlungen mit einem der dortigen Fuehrer-Mafiachefs und so sollte es am folgenden Tag um drei Uhr morgens schon losgehen.

Nach etwa viertelstuendiger Autofahrt wurden wir am Waldrand unserem Fuehrer uebergeben, einem wirklich sympathischen jungen Einheimischen, der gut Englisch sprach. Mit Taschenlampe bewaffnet gingen wir dann los, am Anfang doch mit einem etwas mulmigen Gefuehl in der Magengrube. Schliesslich trottet man ja nicht aller Tage mitten in der Nacht durch den Wald – nur zu Dritt, in einem indonesischen Dorf mit Wohlfuehlfaktor unter Null. Aber no risk, no fun – und es sollte sich wirklich auszahlen.

Der Weg fuehrte zuerst sanft ansteigend durch den Wald, bis wir die Baumgrenze erreicht hatten und uns ueber eine Art Geroellfeld steil hinauf kaempften. Nach etwa zweistuendigem, doch ziemlich anstrengendem Aufstieg hatten wir es dann geschafft – wir waren oben, auf der Spitze des Vulkans angekommen! Heisser Dampf, der aus dem riesigen Krater aufstieg, zeugte von der Aktivitaet des Vulkans, der 2000 das letzte Mal ausgebrochen ist. In diesem „hot steam“ kochte unser Guide dann auch mitgebrachte Eier, die er uns spaeter gemeinsam mit Brot als Fruehstueck reichte. Das Farbenspiel des Sonnenaufgangs von dieser Perspektive aus zu betrachten, war ein ganz besonderes Erlebnis.

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Mit zunehmenden Licht offenbarte sich uns auch ein beeindruckender Rundum-Blick auf die umliegende Landschaft. Berge und Vulkane, die sich aus dem Nebel erhoben, der Kratersee Batur, mehrere kleine Doerfchen, die aus dem Gruen der Palmenwaelder herausleuchteten und das Meer mit einigen seiner Inseln.

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Angezogen vom Fruehstueck gesellten sich auch einige Affen zu uns, die gar nicht wild und aggressiv, sondern ungewoehnlich freundlich waren.

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Abgesehen davon erwartete uns am Gipfel noch ein ungeahntes Highlight. Freudiges Geschrei lockte uns in eine Nische der provisorischen Huette. Dort fanden wir die einheimischen Fuehrer vor, allesamt um ein Smartphone gesammelt. Wir trauten unseren Augen kaum, aber es war wahr: Schauten die Jungs doch tatsaechlich Fussball-WM! Und so kam es, dass wir erstmals in den Genuss eines der WM-Spiele kamen und das Elfmeterschiessen Costa Rica gegen Griechenland live mitverfolgen konnten. Das war ein Spass! Ganz besonders spannend wurde es dann, als sich beim vorletzten Elfmeterschuss das Handy mit „Low Battery“ zu Wort meldete. Da ging ein Raunen durch die Runde! Aber der Akku hielt bis zuletzt durch und so konnten wir gemeinsam mit den Einheimischen auf dem Gipfel eines aktiven Vulkans den Sieg von Costa Rica feiern. Was das Leben doch immer wieder fuer Ueberraschungen bereithaelt 🙂

Anschliessend wanderten wir dem Kraterrand entlang, auf einem schmalen Grat, der uns zu einer Hoehle und weiteren Kratern fuehrte, immerzu vorbei an einzelnen Rauchschwaden, die aus dem vulkanischen Gestein nach oben stiegen. Als wir am spaeten Vormittag wieder im Hotel angekommen sind, hatten wir eine wirklich gelungene Wanderung hinter uns, die fuer die Unannehmlichkeiten im Ort selbst mehr als entschaedigte. Vulkan – check. Und so setzten wir uns gleich ins naechste Taxi, um weiter Richtung Sueden zu fahren.

Wir hatten noch einige Tage in Bali und so entschieden wir uns, fuer zwei, drei Naechte im Kuenstlerstaedtchen Ubud abzusteigen. Dort hatten wir allerdings noch keine Unterkunft gebucht, und machten uns so bei drueckender Mittagshitze mit vollen Gepaeck auf die Suche nach einem Hotel. Das erste, auf das wir trafen, schien doch um einiges ueber unserer Preisklasse zu liegen, aber nachfragen wollten wir dennoch mal. Auch wenn wir sehr muede vom naechtlichen Aufstieg waren und uns sehr danach sehnten, unsere schweren Beine hochzulegen, war der erstgenannte Preis viel zu hoch und wir machten uns schon wieder auf den Weg, weitere Hotels abzuklappern. Das inspirierte den Besitzer schliesslich, den Preis auf mehr als die Haelfte zu senken und so sollten wir so gut residieren wie noch nie zuvor. Hach das war eine Erholung, ein grosses Zimmer mit Blick auf den Garten mit Pool und ein riesiges, sauberes Bad mit Badewanne! Unser erstes Schaumbad seit einem Jahr 🙂 Hier verbrachten wir sehr angenehme Tage und kamen endlich dazu, lange Aufgeschobenes im Internet zu erledigen, etwa Blog zu schreiben und Fluege wie Hotels zu buchen.

Ubud ist neben seinen unzaehligen Kuenstlerlaeden vor allem fuers gute Essen bekannt, das wir ausgiebig ausgekostet haben. Gerne gingen wir etwa in ein kleines Resti mit grossem Buffet, ein Familienbetrieb, der ein Geheimtipp unter Locals ist. Dort haben wir uns mehrmals durch die balinesische Kueche gefuttert, meist fuer unter einem Euro.

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Verantwortlich fuers Finanzielle war ein Maedchen mit geschaetzten sieben Jahren, das routiniert Scheine entgegengenommen und das Rueckgeld ausgezahlt hat. Wie erwachsen sich hier kleine Kinder oft verhalten, ist kaum zu glauben. In einem Alter, in dem sich europaeische Kinder noch nicht mal die Schuhe selbst zubinden koennen, arbeiten sie bereits im Familienbetrieb mit oder haben ihr eigenes Business. Moped fahren sie ohnehin sobald sie richtig laufen koennen. Das ist schon ein etwas ungutes Gefuehl, wenn man einen Sechsjaehrigen auf dem Moped vorbeifahren sieht, der auch noch seine kleine Schwester dabei hat, die gerade mal stehen und sich am Lenker festhalten kann …

Nach etwa zehn Tagen Bali mussten wir uns von dieser Insel mit ihren so freundlichen Bewohnern leider schon wieder verabschieden und setzten uns in den Flieger nach Sulawesi. Die Fluglinie Lion Air duerfte in Europa keinen Reifen aufs Rollfeld setzen, steht sie doch auf der sogenannten „Blacklist“. Und das nicht umsonst. Von aussen sieht eigentlich alles ganz normal aus, aber das Interieur faellt fast auseinander. Meine Armlehne fiel etwa mit lautem Krach zu Boden und offenbarte das Innenleben des klapprigen Sessels. Der Flug war wegen Schlechtwetters sehr turbulent und wir fuehlten uns erstmals etwas angespannt und unsicher in der Luft. Bei der Landung in Manado fanden die Turbulenzen ihren Hoehepunkt, das Flugzeug schwankte wie wild hin und her, beschleunigte und „bremste“, die Motoren heulten auf. Der Atmosphaere nicht gerade zutraeglich war das bestaendige angsterfuellte Kreischen eines Kindes hinter uns. Mit mulmigem Gefuehl schaute ich ins Gesicht der Stewardess, die direkt gegenueber von uns am Notausgang sass. Im gelangweilten Gesichtsausdruck der Flugbegleiterinnen hole ich mir normalerweise die Bestaetigung, dass alles mit rechten Dngen zugeht. Doch ihr Gesichtausdruck entspannte mich sogar nicht, hatte sie doch die Augen zugekniffen und murmelte mit verbissenem Gesicht ein Gebet! Eine betende Stewardess ist wohl so ziemlich das Letzte, das man auf einem unruhigen Landeanflug sehen will und wohl fuer manche das Letzte, was sie ueberhaupt sehen. Aber nach einem harten Aufprall und mehreren Huepfern ueber das Rollfeld waren wir dann doch sicher in Manado angekommen und wirklich froh wieder festen Boden unter den Beinen zu spueren.

Die naechsten zwei Wochen sollten wir hier verbringen. Seit etwa zehn Tagen lassen wir uns hier bereits die Sonne auf den Bauch scheinen und am 16. Juli gehts weiter nach Jakarta. Aber das ist eine andere Geschichte, die wir im naechsten Blog erzahlen, der so rasch als moeglich folgt. Bis dahin – macht’s gut! [NA]

 

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